Praxisleitfaden

KI und DSGVO im Unternehmen

Ziel ist es, einen konkreten KI-Datenfluss statt einer pauschalen Produktfrage zu bewerten. Dokumentiert werden folgende Prüfpunkte: Zweck, Datenklasse, Rollen, Anbieter, Region, Retention und Kontrolle.

WERKVERSTAND / INTELLIGENZ VERBINDEN

Auf den Punkt

Bei KI mit personenbezogenen Daten werden Zweck, erforderliche Informationen, Rechtsgrundlage und der komplette Verarbeitungsweg geprüft. Dazu gehören Anbieterrollen, Verträge, Zugriffe, Aufbewahrung und gegebenenfalls Drittlandübermittlungen. Die Prüfung richtet sich nach dem konkreten Einsatz und seinem Risiko.

01 / FIT

Geeignet, wenn

  • Ein konkreter Arbeitsauftrag und ein fachlicher Verantwortlicher sind benannt.
  • Eine dokumentierte Datenflussübersicht benennt Verarbeitungsschritte, Beteiligte, Aufbewahrung und Kontrollpunkte. Zugehörige Unterlagen und offene Rechtsfragen sind der zuständigen Prüfung nachvollziehbar zugeordnet.

02 / GRENZEN

Nicht die erste Wahl, wenn

  • Zu vermeiden: eine Websiteaussage als abschließende Rechtsprüfung zu verwenden. Dieser Entwurf ersetzt keine abschließende Rechtsprüfung; ohne bestätigte Datenwege und Rahmenbedingungen kann eine allgemeine Websiteaussage den konkreten Einsatz nicht freigeben.

Zweck, Datenmenge und Rechtsgrundlage bestimmen

Die DSGVO verlangt für personenbezogene Verarbeitung unter anderem Zweckbindung, Datenminimierung und eine passende Rechtsgrundlage. Die Frage lautet deshalb nicht nur, ob ein Tool einen Unternehmensvertrag anbietet. Bei einer Kundenanfrage prüfen Sie, welche Angaben zur Bearbeitung nötig sind und ob besondere Datenkategorien betroffen sind. Eine interne Zustimmung zur Toolnutzung ersetzt diese Voraussetzungen nicht.

Anbieter und Übergaben vollständig erfassen

Eine Datenflussübersicht zeigt Upload, Modellverarbeitung, Connectoren, Ablage und Empfänger. Wo Auftragsverarbeitung vorliegt, werden die Anforderungen an diese Beziehung geprüft. Für Drittlandübermittlungen gelten zusätzliche Regeln. Halten Sie auch Informationspflichten, Betroffenenrechte und Löschwege fest. Weder eine gewählte Serverregion noch eine Zusage gegen Modelltraining beantwortet alle diese Fragen.

Risikobezogen prüfen und Änderungen nachhalten

Eine Datenschutz-Folgenabschätzung ist zu prüfen, wenn die geplante Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für Rechte und Freiheiten mit sich bringt. Nicht jede KI-Nutzung erfüllt automatisch diese Voraussetzung. Verantwortliche bewerten Zweck, Umfang und Umstände und dokumentieren das Ergebnis. Neue Quellen, andere Empfänger oder zusätzliche Aktionen sind Anlass, den bisherigen Datenweg und die Schutzmaßnahmen erneut zu betrachten.

Entscheidungsmatrix

PrüfpunktWeiter, wennStoppen, wenn
Daten und VerantwortungDokumentiert: Zweck, Datenklasse, Rollen, Anbieter, Region, Retention und Kontrolle.Scope, Daten oder Verantwortung sind noch ungeklärt.
KontrollnachweisEine dokumentierte Datenflussübersicht benennt Verarbeitungsschritte, Beteiligte, Aufbewahrung und Kontrollpunkte. Zugehörige Unterlagen und offene Rechtsfragen sind der zuständigen Prüfung nachvollziehbar zugeordnet.Es liegt nur eine unbewertete Demo ohne Abnahmenachweis vor.
FreigabegrenzeOwner, Freigabe, Ersatzweg und nächster Prüftermin sind festgelegt.Zu vermeiden: eine Websiteaussage als abschließende Rechtsprüfung zu verwenden. Dieser Entwurf ersetzt keine abschließende Rechtsprüfung; ohne bestätigte Datenwege und Rahmenbedingungen kann eine allgemeine Websiteaussage den konkreten Einsatz nicht freigeben.

Nachvollziehbar bleiben

Primärquellen

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